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Clara Grunwald (1877 - 1943)

arbeitete seit 1896 als Lehrerin in Berlin. Sie setzte sich bereits damals für die Anerkennung der Eigenrechte des Kindes auf sein Leben ein und wandte sich gegen jeglichen Drill und gegen die Form der Zensurengebung. Erst 1912 lernte sie die Montessori-Pädagogik kennen, engagierte sich fortan unermüdlich für diese Pädagogik ein und unterrichtete nach ihren Prinzipien. Noch vor dem ersten Weltkrieg gelang es ihr, in den von ihr unterrichteten Klassen während der ersten Schuljahre auf Noten zu verzichten.

Clara Grunwald veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Montessori-Pädagogik, organisierte und führte Ausbildungskurse für Lehrerinnen und Erzieherinnen durch. Sie war entscheidend an der Gründung von Montessori-Schulen und Kinderhäusern beteiligt. Daran, dass sich Berlin nach dem ersten Weltkrieg zu einem Zentrum der Montessori-Pädagogik im deutschsprachigem Raum entwickelte, hatte sie großen Anteil. Als Jüdin wurde sie 1933 entlassen und die Montessori-Pädagogik verboten.

Clara Grunwald gab jedoch nicht auf und unterrichtete in ihrer kleinen Wohnung weiter.

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Sie half jüdischen Mitbürgern und behielt jüdische Kinder längere Zeit bei sich, bis deren rettende Papiere aus dem Ausland ankamen. Auch im jüdischen Umschulungslager Neuendorf bei Fürstenwalde unterrichtete Clara Grunwald heimlich die Kinder, die mit ihren Eltern dort lebten. Gemeinsam mit den Kindern und anderen Bewohnern des Lagers wurde sie deportiert und 1943 ermordet.

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Clara Grunwaldschule | CGS